Als werdender Vater, als werdende Mutter wahrscheinlich auch, begegnet man einigermaßen regelmäßig folgender Frage
"Was wird es denn?"
Vor ein paar Tagen, ich glaube es war bei "Zeit Online", erschien ein Artikel mit der These, dass diese Frage nach dem Geschlecht des sich heranbildenden Kindes diskriminierend sei.
Ich laß nur die Überschrift und den Teaser, weil ich mir Mühe gebe, so eine Genderscheiße nicht zu lesen.
Dennoch löste es bei mir eine Art traumatischen Flashback aus und ich erinnerte mich, dass mir als werdender Vater mit werdendem Kind auch ständig diese Frage gestellt wurde.
"Was wird es denn?"
Ich gab auf die Standardfrage, was es denn werde immer die Standardantwort:
"Wahrscheinlich ein Mensch!"
Mit dieser Antwort dürfte man nahezu in 100% der Fälle auf der sicheren Seite sein. Insofern ist sie sachlich richtig. Das ist einer der großen Vorteile dieser Antwort.
Mir war natürlich klar, dass mit dieser Frage, eine Auskunft über das Geschlecht des werdenden Kindes erbeten wurde.
Aber was soll man sinnvoller Weise darauf antworten?
Die ehrliche Antwort wäre: "Woher soll ich das wissen?"
Hellsehen kann man in der Regel nicht und mit dem Röntgenblick ist man auch nicht ab Werk ausgestattet.
Es ist ja nicht so, dass man mit oder kurz nach Befruchtung der Eizelle, einen Brief vom Finanzamt bekommt, in dem man das Geschlecht gemeinsam mit der Steuernummer mitgeteilt bekäme. So läuft das ja irgendwie nicht.
Also, ein Mensch. Mit der Antwort fühlte ich mich recht wohl.
Allerdings konnte ich mich sehr häufig des Gefühls, des Gedankens oder der Wahrnehmung nicht erwehren, dass diese Antwort den Fragesteller oder die Fragestellerin nicht zufrieden stellte.
Ganz schlaue und penetrante Menschen stellten dann die Nachfrage, was man denn gerne hätte. Gemeint war wohl wieder oder immernoch das Geschlecht.
Ich antwortete dann immer, dass ich mit einem Menschen schon ganz zufrieden wäre. Wenn es denn irgend möglich sei ein gesunder Mensch. So mit Nase und Armen und Beinen und was sonst so dazu gehört. Ein Mensch eben, ein gesunder.
Es ist ja auch so, oder scheint so zu sein, dass man so ein Kind nicht umtauschen oder zurückgeben kann, wenn es nicht das gewünschte Geschlecht hat. Wenn man sich denn eines wünscht.
Soweit ich weiß und informiert bin, kann man da niemandem eine Mängelrüge schreiben mit der Aufforderung zur Nachbesserung , niemanden in Regress nehmen, keinen Ersatz verlangen oder jemanden auf Schadenersatz verklagen.
Wie dem auch sei. Ich persönlich hatte damals das starke Gefühl, dass mein werdender Mensch ein Mädchen werden würde. Dieses starke Gefühl transformierte sich dann im Laufe der Zeit in felsenfeste Gewissheit, dass es ein Mädchen werden würde.
Diese felsenfeste Gewissheit wurde dann ganz erheblich, um nicht zu sagen fundamental, durch einen Ultraschalltermin bei der Gynäkologin und durch die Gynäkologin erschüttert.
Diese nämlich offenbarte bei jenem Termin, dass nach allem, was man so sehen könne und wissen könne und sagen könne, man sich auf einen werdenden männlichen Menschen einzustellen habe.
Ja, so war das. Ich kann durchaus bestätigen, dass sich die Einschätzung und Prognose der Gynäkologin bewahrheitete.
Meine Einschätzung, dass es sich um einen Menschen handeln dürfte übrigens auch.
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