In der „Väterszene“ geistert gerne das Wort des Besuchs-, Spaß- oder
Wochenendonkels umher. Das soll soviel aussagen wie, dass man seiner
väterlichen Rechte und seiner väterlichen Rolle beraubt und entkleidet
wurde und zu einer Art Animateur auf einer Seniorenkreuzfahrt degradiert
wurde, dessen Funktion darin besteht, die ihm anvertrauten Kinder für
einen begrenzten Zeitraum zu unterhalten und zu bespaßen.
In dieser Einschätzung oder Selbsteinschätzung, die man oberflächlich für zutreffend oder akkurat halten könnte – auf jeden Fall ist sie zweifelsohne polemisch und soll einen Missstand anklagen - steckt schon so viel Selbstverachtung, dass mir die Lust und die Energie fehlt, dass hier weiter aufzurollen.
Jedenfalls ist tatsächlich zu beobachten, dass Trennungsväter den von ihnen getrennten Kindern mal ordentlich etwas bieten wollen, wenn sie denn einmal Zeit mit ihnen verbringen können. Da macht man dann Ausflüge in Vergnügungsparks, Tiergärten, Indoorspielplätze oder dergleichen mehr. Die vier Tage im Monat, an denen man sein eigenes Kind zu Gesicht bekommt, sollen dann mit Erlebnis, Spannung und Erinnerung vollgepackt sein, dass die Schwarte kracht.
Um es klarzustellen: Ich habe nichts gegen Erlebnisse und Erinnerungen. Gegen Spannung habe ich auch nichts. Es ist aber eine Frage der Quelle und der Motivation. Warum tue ich das? Das ist eigentlich immer eine vernünftige und zielführende Frage. Und wozu oder wohin führt das? Was ist der eigentliche Zweck?
In stereotyp schlechten Fällen ist ein häufig zu besichtigendes Ergebnis das Folgende: Es entsteht ein Wettrüsten darüber, wer das beste und spannendste Programm zu bieten hat. Papa oder Mama?
Papa hat den Vergnügungspark, Mama hingegen wartet mit dem Hundewelpen oder gar einem Pony auf. Das Kind entscheidet dann darüber, wo das spannendste Programm geboten wird und entscheidet dann dementsprechend, mit wem es seine Zeit verbringen will.
Das ist kein guter Zustand. Also zurück zur Basis oder zum Ausgangspunkt. Das wirklich liebenswerte an Kindern ist ja, dass sie einen als Elternteil bedingungslos lieben. Das müssen sie, sie können nicht anders, weil ihnen die Biologie und in der Folge die Psychologie keine andere Wahl lässt. Einfacher gesagt: Die Natur hat das so eingerichtet.
Wenn man das weiß - und eigentlich sollte das jeder wissen, wenn auch nur intuitiv – dann gelangt man zu verschiedenen Fragen. Im Prinzip gelangt man zu eben aufgeworfener Frage: Warum tue ich das? Was soll dieses Spaßprogramm?
Da gibt es dann verschiedene Antworten. Von ich will die Mutter übertrumpfen und ihr eins auswischen bis hin zu ich bin mir der Liebe meines Kindes nicht sicher, weil ich so einen Selbstwertschaden habe, dass ich nicht glauben kann, dass mich mein Kind meines Selbst willen liebt. Der Wortlaut der Antwort ist eigentlich egal, weil sie stets auf mangelnden Selbstwert verweist, der elementar ist.
Aber wir wollen uns nicht auf das Negative fokussieren. Bleiben wir bei der doch ziemlich positiven Erkenntnis, dass das eigene Kind einen bedingungslos lieben muss. Das klingt zwar irgendwie negativ, ist es aber nicht.
Halten wir fest, dass das eigene Kind einen auch an verregneten und langweiligen Nachmittagen auf der Couch bedingungslos lieben muss oder auch während, vor oder nach familientypischen Streitereien darüber, ob kurz vor dem Mittagessen Gummibären kredenzt werden oder nicht.
Der Punkt ist wie immer, dass das Problem aber auch die Lösung in einem selbst liegt. Wer sich also als Besuchs-, Spaß- und Wochenendonkel fühlt, hat sich selbst dazu degradiert. Das war kein Feminazitum und keine Familienrechtsmafia sondern, ich wiederhole es gerne: das war man selbst.
Die Therapie oder Lösung ist ganz einfach. Man kann sich selbst oder in passenden Situationen auch seinem Kind dieses oder Ähnliches sagen:
„Ich bin dein Vater und ich liebe dich bedingungslos und du liebst mich bedingungslos und du tust, was ich dir sage!“
Das sind so Dinge, die man in abgewandelter Form, unausgesprochen oder deutlich formuliert vorbringen kann. Vielleicht noch ein paar Beispiele:
„Es pisst draußen wie Sau und wir gehen jetzt mit Sicherheit nicht auf den Spielplatz und du wirst mich trotzdem bedingungslos lieben, weil ich dein Vater bin und du mein Kind bist.“
„Ich habe dich gerade ungerechtfertigt wegen irgendeiner Kleinigkeit zur Schnecke gemacht, weil ich schlechte Laune habe oder wegen einer anderen Sache verärgert bin. Du wirst mir trotzdem verzeihen, weil ich dein Vater bin und du mich bedingungslos liebst.“
Oder vielleicht ganz direkt:
„Ich bin dein Vater und kein Animateur auf einer Seniorenkreuzfahrt.“
Wie auch immer sich das im Einzelnen gestalten mag, ist das der richtige Ansatz. Das muss und sollte man sich dann als Vater Wert sein auch wenn das bedeutet, den eigenen mangelnden Selbstwert und damit Ängste und was sonst noch so dran hängt überwinden zu müssen.
Die Kunst liegt darin, zu akzeptieren, dass das eigene Kind einen bedingungslos liebt. Wenn man das geschafft hat, muss man auch kein aufwändiges Spaßfeuerwerk mehr abfeuern, um sein Kind für sich zu gewinnen oder einzunehmen. Ebenso wenig muss man zu Weihnachten eine Geschenkorgie zelebrieren. Man muss der Natur einfach nur ihren Lauf lassen.
In dieser Einschätzung oder Selbsteinschätzung, die man oberflächlich für zutreffend oder akkurat halten könnte – auf jeden Fall ist sie zweifelsohne polemisch und soll einen Missstand anklagen - steckt schon so viel Selbstverachtung, dass mir die Lust und die Energie fehlt, dass hier weiter aufzurollen.
Jedenfalls ist tatsächlich zu beobachten, dass Trennungsväter den von ihnen getrennten Kindern mal ordentlich etwas bieten wollen, wenn sie denn einmal Zeit mit ihnen verbringen können. Da macht man dann Ausflüge in Vergnügungsparks, Tiergärten, Indoorspielplätze oder dergleichen mehr. Die vier Tage im Monat, an denen man sein eigenes Kind zu Gesicht bekommt, sollen dann mit Erlebnis, Spannung und Erinnerung vollgepackt sein, dass die Schwarte kracht.
Um es klarzustellen: Ich habe nichts gegen Erlebnisse und Erinnerungen. Gegen Spannung habe ich auch nichts. Es ist aber eine Frage der Quelle und der Motivation. Warum tue ich das? Das ist eigentlich immer eine vernünftige und zielführende Frage. Und wozu oder wohin führt das? Was ist der eigentliche Zweck?
In stereotyp schlechten Fällen ist ein häufig zu besichtigendes Ergebnis das Folgende: Es entsteht ein Wettrüsten darüber, wer das beste und spannendste Programm zu bieten hat. Papa oder Mama?
Papa hat den Vergnügungspark, Mama hingegen wartet mit dem Hundewelpen oder gar einem Pony auf. Das Kind entscheidet dann darüber, wo das spannendste Programm geboten wird und entscheidet dann dementsprechend, mit wem es seine Zeit verbringen will.
Das ist kein guter Zustand. Also zurück zur Basis oder zum Ausgangspunkt. Das wirklich liebenswerte an Kindern ist ja, dass sie einen als Elternteil bedingungslos lieben. Das müssen sie, sie können nicht anders, weil ihnen die Biologie und in der Folge die Psychologie keine andere Wahl lässt. Einfacher gesagt: Die Natur hat das so eingerichtet.
Wenn man das weiß - und eigentlich sollte das jeder wissen, wenn auch nur intuitiv – dann gelangt man zu verschiedenen Fragen. Im Prinzip gelangt man zu eben aufgeworfener Frage: Warum tue ich das? Was soll dieses Spaßprogramm?
Da gibt es dann verschiedene Antworten. Von ich will die Mutter übertrumpfen und ihr eins auswischen bis hin zu ich bin mir der Liebe meines Kindes nicht sicher, weil ich so einen Selbstwertschaden habe, dass ich nicht glauben kann, dass mich mein Kind meines Selbst willen liebt. Der Wortlaut der Antwort ist eigentlich egal, weil sie stets auf mangelnden Selbstwert verweist, der elementar ist.
Aber wir wollen uns nicht auf das Negative fokussieren. Bleiben wir bei der doch ziemlich positiven Erkenntnis, dass das eigene Kind einen bedingungslos lieben muss. Das klingt zwar irgendwie negativ, ist es aber nicht.
Halten wir fest, dass das eigene Kind einen auch an verregneten und langweiligen Nachmittagen auf der Couch bedingungslos lieben muss oder auch während, vor oder nach familientypischen Streitereien darüber, ob kurz vor dem Mittagessen Gummibären kredenzt werden oder nicht.
Der Punkt ist wie immer, dass das Problem aber auch die Lösung in einem selbst liegt. Wer sich also als Besuchs-, Spaß- und Wochenendonkel fühlt, hat sich selbst dazu degradiert. Das war kein Feminazitum und keine Familienrechtsmafia sondern, ich wiederhole es gerne: das war man selbst.
Die Therapie oder Lösung ist ganz einfach. Man kann sich selbst oder in passenden Situationen auch seinem Kind dieses oder Ähnliches sagen:
„Ich bin dein Vater und ich liebe dich bedingungslos und du liebst mich bedingungslos und du tust, was ich dir sage!“
Das sind so Dinge, die man in abgewandelter Form, unausgesprochen oder deutlich formuliert vorbringen kann. Vielleicht noch ein paar Beispiele:
„Es pisst draußen wie Sau und wir gehen jetzt mit Sicherheit nicht auf den Spielplatz und du wirst mich trotzdem bedingungslos lieben, weil ich dein Vater bin und du mein Kind bist.“
„Ich habe dich gerade ungerechtfertigt wegen irgendeiner Kleinigkeit zur Schnecke gemacht, weil ich schlechte Laune habe oder wegen einer anderen Sache verärgert bin. Du wirst mir trotzdem verzeihen, weil ich dein Vater bin und du mich bedingungslos liebst.“
Oder vielleicht ganz direkt:
„Ich bin dein Vater und kein Animateur auf einer Seniorenkreuzfahrt.“
Wie auch immer sich das im Einzelnen gestalten mag, ist das der richtige Ansatz. Das muss und sollte man sich dann als Vater Wert sein auch wenn das bedeutet, den eigenen mangelnden Selbstwert und damit Ängste und was sonst noch so dran hängt überwinden zu müssen.
Die Kunst liegt darin, zu akzeptieren, dass das eigene Kind einen bedingungslos liebt. Wenn man das geschafft hat, muss man auch kein aufwändiges Spaßfeuerwerk mehr abfeuern, um sein Kind für sich zu gewinnen oder einzunehmen. Ebenso wenig muss man zu Weihnachten eine Geschenkorgie zelebrieren. Man muss der Natur einfach nur ihren Lauf lassen.
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