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Die fünf größten Beziehungsfehler I

Immer wenn es um Trennungen geht oder man in einer unbefriedigenden Beziehung steckt, stellt sich die Frage, wo in aller Welt der Fehler war oder ist. Hier sind die fünf größten.

Eigentlich ist es nur ein Fehler aber er hat verschiedene Facetten und Ausprägungen, die ineinander greifen und die ich hier einmal in fünf einzelne Fehler aufgeschlüsselt habe. Wenn man diesen Fehler macht, dann muss die Beziehung zwangsläufig schief gehen. Dieses „Schiefgehen“ kann dann durchaus unterschiedlich sein. Es spielt dann keine Rolle mehr. Ob die Beziehung auf der Zeitachse in zwei Monaten, zwei Jahren oder zwanzig Jahren scheitert, spielt keine Rolle. Genauso wenig spielt eine Rolle, ob sie nun aus Untreue oder einem anderen Grund scheitert. Scheitern kann auch bedeuten, dass man lebenslang an einen Partner gekettet ist, der einen ankotzt.

Den Partner verändern wollen


Gerade Frauen scheinen dazu zu neigen, den Partner als eine Art Modelliermasse zu begreifen, an der man nur genug herumkneten und herumnörgeln muss und am Ende kommt dann der perfekte Partner heraus.

Wer schon einmal versucht hat, sich zu ändern, verändern oder an sich und seinen Verhaltensweisen zu arbeiten, der weiß, dass das nicht eben mal so geht. Menschen ändern sich nicht...einfach so. Das ist ein jahrelanger Prozess. Die Vorstellung jemand anderen zielgerichtet und planvoll verändern zu wollen, ist daher völlig albern.

Es kann natürlich sein, dass wenn man genug nörgelt, zetert oder bettelt, der Partner die eine oder andere Verhaltensweise abstellt oder unterdrückt. Dass er unter dem Psychoterror zusammenbricht und des lieben Frieden willens das eine oder andere ändert. Da sprechen wir vielleicht vom berühmten Klodeckel oder Ähnlichem.
Besonders dumme oder verzweifelte Exemplare von Frauen schieben Männern sogar Kinder unter, um eine Änderung zu erzwingen.

Aber wenn wir einmal tiefer auf grundlegende Verhaltensweisen oder grundlegende Charakterzüge schauen, dann werden die sich auch mit Nörgeln, Zetern und Betteln nicht ändern. Aus einem Feigling wird dadurch kein Held und aus einer Langweilerin kein Partyvamp.

Und auch wenn ein Partner sich ändert, dann wahrscheinlich in eine Richtung, die einem so gar nicht passt. Außerdem sollte man vorsichtig sein, mit dem, was man sich wünscht. Es könnte in Erfüllung gehen. Wenn das Spielzeug ersteinmal oberflächlich fertig, zusammengebaut und zurechtgeknetet ist, kann es sehr schnell langweilig und uninteressant werden.

Wenn er oder sie doch nur

  • zuverlässiger
  • häuslicher
  • sexuell agressiver und flexibler
  • kreativer und spontaner
  • und was auch immer

    wäre...dann...Ja, dann wäre alles perfekt und man könnte endlich glücklich sein usw.

Wenn man bezüglich seines Partners und seiner Beziehung in Wenn-Dann-Kategorien denkt, sollte man die Beziehung einmal ernsthaft überdenken und zu einer Entscheidung gelangen. Man akzeptiert den Partner wie er ist mit all seinen Schwächen oder Macken, oder was man dafür hält, oder man sucht sich einen Anderen.

Auch ganz grundsätzlich ist es übrigens ein besorgniserregendes Alarmsignal, wenn man in seinem Leben oder bezogen auf sein Leben in diesen Wenn-Dann-Mustern denkt. Wenn ich nur mehr Geld, einen besseren Job, einen tollen Partner hätte oder, oder oder...dann...Ja, dann läuft etwas gewaltig schief und man sollte sich diesbezüglich an die Arbeit machen.

Wenn Du Dich da betroffen und ertappt fühlt, solltest Du einmal überlegen, welche Auswirkungen es hat, wenn Du Deinem Partner ständig mitteilst und spiegelst, dass er oder sie nicht genug oder gut genug ist. Und was sagt das über Dich aus, dass Du mit einem Partner lebst, der offenbar so gar nicht gut genug ist.

Aber häufig ist das auch nur eine Methode sich selbst und seine Beziehung zu sabotieren, weil man tief in sich drin der Überzeugung ist, dass man eine gute und harmonische Beziehung gar nicht verdient hat und man deshalb permanent das Haar in der Suppe sucht.

Kettenbeziehungen

Es gibt Menschen, die hatten in ihrem Erwachsenenleben schon ein dutzend oder gar dutzende Beziehungen, aber waren noch keinen Tag alleine, weil sich immer eine Beziehung nahtlos an die andere reihte und anschloss. Der Eine oder Andere mag jetzt die hervorragende Logistik loben, die das sicherlich erfordert.

Tatsächlich ist es ein problematisches und in manchen Fällen auch pathologisches Verhaltensmuster. Problematisch ist es deshalb, weil man sich mit diesem Beziehungsverhalten selbst der Chance beraubt, einmal, öfter und auch länger in sich zu gehen und zu reflektieren, wo das Problem war, warum die Beziehung gescheitert ist und wo die eigenen Anteile am Scheitern der Beziehung waren. Und vor allem beraubt man sich der Möglichkeit diese Gründe und Fehler zu korrigieren, damit sie sich nicht wiederholen. Und was schlimmer ist, man beraubt sich der Möglichkeiten, sich weiter zu entwickeln. Menschen schlüpfen nicht mit 35, 45 oder 55 aus dem Ei und sind dann fertig, vollständig und komplett. Das eigene Leben und auch die eigene Persönlichkeit bedarf schon der Entwicklung.

Wenn man das nicht tut, dann ist man dazu verdammt, seine Beziehungsmuster, seine Fehler immer zu wiederholen. Im Prinzip beendet man so keine Beziehung sondern man tauscht nur das Personal aus. Andere Frau oder anderer Mann, aber die selbe Beziehung mit all ihren Fehlern und all den selben Tretminen, die dann auch diese Beziehung wieder hochgehen lassen.

Also, wenn man damit zufrieden ist, seinen Kopf immer gegen die selbe Wand zu hämmern, immer wieder auf die selbe Mine zu latschen und immer wieder in die selbe Falle zu rennen, kann man das machen. Ansonsten sollte man zwischen zwei Beziehungen durchaus etwas Zeit verstreichen lassen und sich in der Zwischenzeit um sich selbst und die eigene Entwicklung kümmern. Alles Andere ist, wie im Folgenden beschrieben, lediglich der untaugliche Versuch der Schmerzvermeidung.


Schmerzvermeidung

In der Verhaltensforschung, Verhaltenspsychologie gibt es zwei Grundtriebe oder Grundmotivationen. Das eine ist Appetenz und das andere Aversion - suchen und vermeiden. Die Suche nach Glück, Wohlbefinden, Erfüllung usw. und dem Vermeiden von Schmerz, Unbehagen, Trauer usw.

Wie später noch ausgeführt wird, liegt für viele bereits die Motivation, eine Beziehung einzugehen eher in dem Bestreben, einen schlechten Zustand zu vermeiden oder vermeintlich abzustellen. Für noch viel mehr Menschen ist die Aversion, der Grund in einer Beziehung zu bleiben und zu verharren.

Anders gesagt, bleibt man nicht in einer Beziehung, weil sie so toll ist und so glücklich macht, sondern um den Schmerz einer Trennung zu vermeiden oder die anderen Nachteile, die sich aus einer Trennung ergeben können oder könnten. Die Angst vor Veränderung und die Angst vor etwas Neuem.

Hinzu kommt ein anderer psychologischer Effekt, der die Sache noch verstärkt. Menschen neigen zu einer gewissen Trägheit und Routine. Sie neigen dazu, auch in Zukunft das zu tun, was sie schon in der Vergangenheit immer getan haben.

Wenn man Pech hat, dann zieht sich so eine Beziehung dann ewig hin. Wenn man Glück hat, erträgt es einer der beiden Partner nicht mehr und hat die Schnauze voll.

Wer sich selbst nicht ganz sicher ist, warum er einer Beziehung mit einem Menschen steckt oder noch steckt, ob es Appetenz oder Aversion ist, kann sich einer einfachen Übung bedienen: Man stellt sich vor man würde in einer perfekten Welt aufwachen, alles was man schon immer wollte ist da und alle Dinge laufen, wie man es sich schon immer gewünscht hat. Ist man in dieser perfekten Welt noch in der Beziehung mit seinem Partner?

In einer Beziehung, in der man sich nur aus einer Art Vermeidungsstrategie befindet, wird einen nicht glücklich machen und den Partner natürlich auch nicht.

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