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Der Coronakollaps und die größte Weltwirtschaftskrise aller Zeiten

In den letzten Tagen und Wochen werde ich immer wieder in Diskussionen verwickelt, in denen der Standpunkt vorgetragen wird, dass alles halb so wild sei und es nach dem Shutdown so weiter gehen werde wie vorher. Nichts könnte falscher sein. Wir erleben die größte Weltwirtschaftskrise aller Zeiten. Punkt. Period. Ausrufezeichen. Wer das bis jetzt noch immer noch nicht kapiert hat, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen, aber ich möcht dennoch einen kleinen Beitrag zur Erhellung leisten.

Wie kommt man zu diesem Standpunkt und zu dieser offen Zurschau getragene Naivität, dass sich schon alles in Wohlgefallen auflösen werde? Das kann Unkenntnis sein, das können psychologische Verdrängungsprozesse sein und natürlich liegt es daran, dass die Mainstreammedien das katastrophale Ausmaß der wirtschaftichen Folgen noch fleißig unter den Teppich kehren.

Da gibt es 20 Artikel zu Corona und vielleicht einmal einen zur Wirtschaft. Und selbst dieser eine Artikel ist da noch verschämt vorsichtig und schönfärberisch. Da fallen dann Begriffe wie Rezension oder Ähnliches. Rezension klingt immer so ein bisschen technisch und putzig. Die zahlen erscheinen auch nicht so dramatisch. „Wirtschaftsleistung sinkt um 5 Prozent“klingt ja ersteinmal nicht so bedrohlich. Ist ja eine kleine Zahl, wobei ich die auch für maßlos optimistisch halte.

So Begriffe wie „Depression“, „Absturz“, „Pleitewelle“, „Massenarbeitslosigkeit“, „Weltwirtschaftskrise“ scheint man sich geflissentlich zu verkneifen, obwohl genau das die Folgen der Coronakrise sein werden.

Die Experten und Gurus - jedenfalls wenn sie nicht im Regierungsauftrag unterwegs sind, Beruhigungspillen zu verteilen – sind sich ziemlich einig, dass Corona zu einer nie dagewesenen Weltwirtschaftskrise führen wird. Man ist sich lediglich uneins, ob das lediglich NUR eine Katastrophe oder gar die Apokalypse werden wird.

Nun muss man weder Experte oder gar Guru sein, um die wahren Dimensionen zu erkennen. Man muss nur seine Augen aufmachen, seinen gesunden Menschenverstand gebrauchen und eins und eins zusammenzählen. Ich möchte da im Folgenden das eine oder andere Anreißen.

Schon die offiziellen Zahlen und Verlautbarungen sollten einem den Schock in Mark und Bein treiben. Die Auswirkungen sind jetzt schon um ein Vielfaches gravierender als bei der letzten Krise 2008 fortfolgende.

Wer die Zeichen immernoch nicht sieht, dem hilft vielleicht ein Blick auf die Arbeitsmarktzahlen hierzulande oder auch anderswo: 650 000 Anträge von Unternehmen auf Kurzarbeit hierzulande. Wenn man die Zahlen der letzten Krise zugrundelegt legt, dürfte das ungefähr die Hälfte aller Beschäftigungsverhältnisse ausmachen.

Alles, was im März in der Probezeit war, wurde gefeuert. Die Welle von betriebsbedingten Kündigungen rollt an. Die Mehrzahl der geringfügig beschäftigten wurde ebenso nach Hause geschickt. Sechs Millionen Anträge auf Arbeitslosengeld in den U.S.A. innerhalb weniger Wochen Ist ja auch logisch, wenn komplette Branchen und Berufsfelder stillgelegt sind.

Damit einhergehend ein gigantischer Verlust an Kaufkraft. Man sollte auch bedenken, dass in der Mehrheit der Länder dieser Welt das Prinzip gilt: Wer nicht arbeitet, isst auch nicht“
Das wird, zusätzlich zu der Masse an Menschen, die eh schon seit Jahrzehnten mit dem Hungertod ringen, noch einmal weitere Millionen an Hungertoten bedeuten.

Wovon lebt das nette Kind aus Bangladesch, wenn es nicht für westliche Textildiscounter Klamotten zusammennäht? Man könnte da eine Ahnung haben...

Es liegt doch alles auf der Hand. Allen voran in Gastronomie und Hotellerie, Touristik, Einzelhandel, Groß- und Außenhandel, Logistik, Flugverkehr werden wenig bis gar keine Umsätze gemacht.. Das gleiche betrifft Dienstleister wie Friseure etc. Viele Umsätze lassen sich auch nicht mehr nachholen. Wer zwei Monate nicht beim Friseur war, geht deswegen nicht doppelt zum Friseur.

Was sich alles so als Schwarzarbeiter, in der Gastronomie etwa, in der Schattenwirtschaft tummelte, taucht in den Statistiken noch nicht einmal auf.

Daran hängen natürlich auch andere Branchen und Berufsbilder. Wer den Laden schließen muss braucht auch keinen Steuerberater mehr für die Lohnbuchhaltung. Wenn der Laden dicht ist, braucht man auch keine Gebäudereinigungsfirma mehr...usw.

Wovon lebt so ein Unternehmer, ob nun Kleinstunternehmer oder Mittelständler ohne Umsatz? Hmm...

Selbst Betriebe, die eigentlich volle Auftragsbücher haben, und produzieren könnten, können es nicht, weil Lieferketten und verlängerte Werkbanken unterbrochen sind. Woher kommen Rohstoffe, Vorprodukte, C-Teile? Häufig oder gar in den meisten Fällen nicht aus Deutschland.

In dem Zusammenhang sollte man bedenken, dass viele Länder coronatechnisch noch ein paar Wochen zurückliegen. Man stelle sich auch vor, wenn Corona sich in den Metropolregionen dieser Welt ausbreitet, in denen es um die Volksgesundheit und um das Gesundheitssystem eh nicht zum Besten steht und die Leute in Massen in irgendwelchen Wellblechhütten aufeinanderhängen.

Der größte Metropolraum dieser Welt ist, glaube ich Tokio, mit ca. 40 Millionen Menschen (oder waren es 50 Millionen?). Und von diesen Metropolregionen gibt es eine ganze Menge. Sao Paulo, Jakarta, Mumbai Karatschi, Lagos, Mexico City usw. Was Corona in so einer Metropolregion anrichten kann, sehen wir gerade an New York City (Ca. 20 Millionen Einwohner in der Metropolregion). Und New York City gehört noch zu den wirtschaftlich entwickelteren, hygienischeren und organisierteren Metropolregionen dieser Welt.

Da wird man sich also ausmalen können, wie es um die globalen Lieferetten und verlängerten Werkbanken bestellt sein wird. Sicherlich wird es in diesen Drittwelt-Metropolregionen keine Statistiken, Tests usw. geben. Da werden sich einfach die Leichen auf der Straße stapeln. Vielleicht wird es da noch nicht einmal groß irgendeine Berichterstattung geben.

Aber Leichen, noch nicht einmal Drittweltleichen, gehen bekanntlich nicht zur Arbeit, um westlichen Wohlstand zu sichern.

Viele Länder dieser Welt leben zu einem Großteil vom Tourismus. Ach, die Grenzen sind alle geschlossen, schau mal an. Wovon lebt man jetzt in Tunesien, Marokko, Ägypten, Spanien, Italien, Frankreich, Kroatien, auf den Malediven, den Seychellen oder auf Kuba? Also insgeamt Länder, die ohnehin wirtschaftlich nicht so gut aufgestellt sind. Und die Reisebeschränkungen werden das letzte sein, was an Maßnahmen so aufgehoben werden wird.

Der Ölmarkt ist aufgrund der geringen Nachfrage und auch wegen eines gerade stattfindenden Preiskrieges kollabiert. Der Ölpreis hat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwei Drittel verloren. Welche Länder leben von Öl? Das sind so Länder wie Russland, Saudi Arabien, die U.S.A., Irak, Iran, Venezuela, Lybien, die ganzen Ölscheichstaaten und mit Abstrichen auch noch Norwegen und die U.K. Auch hier vielfach Länder, die ohnehin nicht so gut aufgestellt sind.

Die Aktienmärkte sind ganz deftig eingebrochen. Ich weiß, zurzeit erholen sie sich wieder, was aber vor allem an der Geldflut der Notenbanken liegt. Außerdem folgt das dem Muster jeder großen Krise. Nach dem ersten Schock gibt es eine kleine Erholung und dann schmieren die Kurse so richtig ins Bodenlose ab.

Wo wir bei den Notenbanken sind. Auch bei der letzten Krise wurden nicht einmal annähernd, nicht einmal bruchteilmäßig in so kurzer Zeit so gigantische Summen in den Markt geschossen. Die U.S.A. Über zwei Billionen. Das nächste Programm von ebenfalls über zwei Billionen liegt in der Pipeline. Alles in allem ca. 4,5 Billionen U.S.-Dollar.

Die Bundesregierung ist derzeit mit etwas über einer Billionen dabei. Japan ebenso mit etwa einer Billion. Wer nicht weiß, was eine Billion ist, das sind 1000 Milliarden oder 1 000 000 Millionen oder einfach in Zahlen 1 000 000 000 000.

Das klingt zunächst einmal gut, dass Notenbanken und Staaten intervenieren und gegensteuern. Aber nur zunächst und auf den ersten Blick. Zunächst einmal versickert das schöne Geld in Verbindlichkeiten, aber setzt keinerlei Wachstumsimpulse. Damit werden also Rechnungen bezahlt. Mieten, Pachten, Tilgungs- und Leasingraten.

Das freut Banken und sonstige Gläubiger, die Menschen und Unternehmen haben davon nicht viel, außer, dass sie noch mehr Schulden haben, die sie nicht oder kaum werden bezahlen können. Von dem Geld wird keine einzige Maschine gekauft, keine Investition getätigt und kein Arbeitsplatz geschaffen, was ja sonst eigentlich Sinn und Zweck von antizyklischen Konjunkturprogrammen ist. Von explodierenden Staatsschulden brauchen wir nicht weiter sprechen.

Inflation also Gedentwertung ist da das nächste Thema. Es gibt ja alberner und lustiger Weise immer noch Leute, die herumlaufen und im Brustton der Überzeugung behaupten, es werde keine nennenswerte Inflation geben. Angesichts der gigantischen Summen, die gerade in den Markt geschossen werden, halte ich das für absoluten Quatsch.

Vielfach fällt auch das Argument, dass es sich nicht auswirken werde, weil es ja die ganze Welt mache. Auch das ist falsch bis Quatsch. Diesen Luxus, scheinbar unendlich viel Geld zu drucken, haben nur die Leitwährungen. Das sind der U.S.-Dollar und der Euro. Mit Abstrichen vielleich noch das britische Pfund.

Bei allen anderen Währungen wird das keinen stabilisierenden Effekt haben. Ob die Türkei oder Brasilien die Druckerpresse anwerfen interessiert zunächst keine Sau. Das hat bei solchen Staaten eher einen gegenteiligen Effekt, weil ihnen dann die Auslandsschulden das Genick brechen werden. Dann geht es ratzfatz in den Staatsbankrott.

Speaking of Staatsbankrott...Ich weiß beim besten Willen nicht, wie man davon ausgehen kann, dass so ein wirtschaftlicher Zombie wie Italien, der seit über einem Jahrzehnt nur noch durch Infusionen der EZB am Leben gehalten wird, nicht Bankrott gehen wird.

Natürlich wenden da viele ein, dass die EU und die EZB Italien schon nicht pleite gehen lassen werden. Ich persönlich glaube das nicht. Für ein Land, dass schon seit Jahren mit einem halben Fuß am Abgrund entlang taumelt, wird das jetzt der Todesstoß sein. Und wenn Italien Bankrott geht, wird auch der Euro auseinanderbrechen.

Also, um einen Strich drunter zu ziehen. Wir sollten uns alle auf zusammenbrechende Märkte, Massenarbeitslosigkeit, Pleitewellen, Bankpleiten, Staatsbankrotte, Hyperinflation und all die anderen schönen Dinge gefasst machen, die diese Coronadesaster mit sich bringen wird. Wenn wir Glück haben, wird es nur eine Katastrophe und nicht gleich die Apoalypse.

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